TGTG App
Verbesserung der Nutzerbindung durch Personalisierung und gezielte Trigger bei Too Good To Go.
Too Good To Go ist eine App, mit der man überschüssige Lebensmittel von Restaurants, Bäckereien und Supermärkten zu einem reduzierten Preis kaufen kann. Ziel ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, indem Anbieter ihre unverkauften, aber noch genießbaren Speisen über die App als „Überraschungstüten“ anbieten. Benutzer können diese Tüten bestellen und zu bestimmten Zeiten bei den Partnergeschäften abholen. Die App fördert nachhaltigen Konsum und hilft gleichzeitig, Geld zu sparen.
Role : UX /UI Designer Zeitleiste : 7 Woche
Zusammenfassung
Ein UX-Projekt mit dem Ziel zu verstehen, warum Nutzer/innen nach der ersten Verwendung nicht zur Too Good To Go App zurückkehren, und wie eine optimierte Startseitenerfahrung, gezielte Reaktivierungs-Trigger sowie eine verbesserte Einrichtung von Lebensmittelpräferenzen die Nutzerbindung steigern können.
Was ist das Problem?
Warum Nutzer/innen das Vertrauen verlieren und nicht zurückkehren?
Nutzer/innen verlieren häufig das Vertrauen und kehren nicht zur App zurück, wenn die verfügbaren Mahlzeiten unzuverlässig wirken, zu ungünstigen Zeiten angeboten werden oder nicht zu ihrem Lebensstil und ihren Ernährungspräferenzen passen.
Unser Research
In die Perspektive der Nutzer/innen eintauchen
Als TGTG-Nutzer/innen haben wir zunächst einige Annahmen darüber formuliert, warum Menschen nach ihrer ersten Bestellung nicht zur App zurückkehren. Diese frühen Überlegungen halfen uns dabei, unsere Recherche zu strukturieren und die nächsten Schritte gezielt zu planen.
Nutzerinterviews
Hürden für die Rückkehr: Vertrauen, Timing und Reibungspunkte
Nach Gesprächen mit 8 Nutzer/innen stellten wir fest, dass die größten Hindernisse für eine erneute Nutzung geringes Vertrauen in die Lebensmittelqualität, unklare Erwartungen und unflexible Abholzeiten waren. Dies weist auf einen Bedarf an mehr Kontrolle, Klarheit und Personalisierung hin.
Personas definieren
Wer steigt aus, und warum?
Untersuchung, wie sich Frustration in unterschiedlichen Lebensstilen zeigt.
User Journey Map
Zentrale Absprungmomente in der Nutzerreise identifizieren
Beim Mapping der User Journey traten klare Muster hervor: unklare Inhalte der Magic Bags, unpassende Abholzeiten und eine geringe wahrgenommene Wertigkeit führten dazu, dass Nutzer*innen abspringen.
HMW-Statements
Insights in Chancen übersetzen
Wir haben unsere Rechercheergebnisse in umsetzbare How Might We-Fragen verwandelt, um Lösungsansätze rund um Vertrauen, Personalisierung und Re-Engagement anzustoßen.
Brainstorming
Schmerzpunkte in Produktideen verwandeln
Aufbauend auf der Analyse der User Journey und den HMW-Statements haben wir konkrete Ideen entwickelt, um die größten Frustrationen und Abbruchmomente zu lösen. Diese Ideen bildeten die Grundlage für unsere Lösungsansätze.
Priorisierungs-Matrix
Was sollten wir zuerst umsetzen?
Um unsere Designrichtung zu steuern, nutzten wir eine Effort–Impact-Matrix, um Ideen zu priorisieren, die die kritischsten Hindernisse für die Nutzerbindung adressieren. Dieser Ansatz half uns, uns auf Lösungen mit hoher Wirkung und geringem Aufwand zu konzentrieren, die schnell den größten Mehrwert liefern.
Finales UI-Design
Personalisierter Onboarding-Flow
Ein schrittweiser Setup-Prozess, der Nutzer/innen dabei unterstützt, ihre Ernährungspräferenzen festzulegen, um intelligentere und relevantere Essensvorschläge zu erhalten.
Von Alt zu Neu: Neugestaltung der Kernbildschirme
Wir haben die Home- und Profil-Bildschirme überarbeitet, um Unklarheiten zu beseitigen, die Personalisierung zu verbessern und die Nutzbarkeit basierend auf dem Nutzerfeedback zu optimieren.
Proaktive Personalisierung mit standortbasierten Benachrichtigungen
Relevante Empfehlungen basierend auf Standort und Präferenzen ausspielen, um die Nutzerbindung und Conversion zu steigern.
Usability-Test
Haben wir die Probleme gelöst?
Um zu verstehen, wie klar und intuitiv unser Design ist, stellten wir den Nutzer*innen direkt nach einer 5-sekündigen Betrachtung des Bildschirms einige kurze Fragen.
Nutzerfeedback
Unsere Designentscheidungen validieren
Wir haben Feedback gesammelt, um zu verstehen, wie Nutzer*innen das neue Design wahrnehmen. Ihre Rückmeldungen zeigen einen klareren Mehrwert, verbesserte Relevanz und insgesamt ein zufriedenstellenderes Nutzungserlebnis.
Wachstum & Erkenntnisse
Das Gleichgewicht zwischen Überraschung und Klarheit wahren
Wir haben gelernt, dass Nutzer*innen das Vertrauen in die App verlieren, wenn die Überraschungsboxen zu unklar sind oder nicht zu ihren Wünschen passen. Zeigen wir jedoch zu viel, verschwindet das „Überraschungs“-Gefühl.
Daraus haben wir eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Wir müssen nicht alles offenlegen, um Sicherheit zu vermitteln. Selbst einfache Maßnahmen, wie die Möglichkeit, ihre Ernährungspräferenzen festzulegen, schaffen Vertrauen und Kontrolle.
Statt vollständiger Transparenz haben wir gelernt, auf die richtige Art von Transparenz zu setzen – gerade genug, damit sich Nutzer*innen wohlfühlen, ohne den Überraschungseffekt zu zerstören.